02.10.2026
Im gemeinsamen Gespräch werden dieses Jahr Matthias Berninger (Bayer AG), Miriam-Lena Horn (DGB), Ministerialdirigent Dr. Andreas Nicolin (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) und Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher (Hochschule für Philosophie München) gemeinsam über das Thema diskutieren. Im Gespräch möchten wir erörtern, wie Menschenrechtsschutz zum Standortvorteil wird und faire Wettbewerbsbedingungen und Investitionssicherheit begünstigt.
Aktuell entsteht oft der Eindruck, Menschenrechte und Wirtschaft seien unüberbrückbare Gegensätze: Auf Staatsbesuchen und in Verhandlungen über Handelsverträge scheinen Menschenrechte kaum noch eine Rolle zu spielen. Lieferkettengesetze werden als Bürokratiemonster wahrgenommen. Etliche Autokraten erkaufen sich mit dem Versprechen von Wohlstand bei großen Teilen der Bevölkerung sogar die Duldung dafür, die Freiheitsrechte weitgehend zu beschneiden. Der Verzicht auf demokratische Mitbestimmung wird dabei als Effizienzgewinn dargestellt. Dadurch bleibt die Frage im Raum stehen, ob ein Engagement für Menschenrechte am Ende potente Handelspartner vergrätzt. Menschenrechte erscheinen dieser Wahrnehmung zufolge als Wettbewerbsnachteil und Hemmnis für den wirtschaftlichen Erfolg. Es ergibt sich eine Nullsummenlogik, nach der entweder die Menschenrechte oder die Wirtschaft Federn lassen müssen.
Diese Logik möchten wir im Rahmen des diesjährigen Lichtenberg Gesprächs hinterfragen. Im Gespräch möchten wir erörtern, wie Menschenrechtsschutz zum Standortvorteil wird und faire Wettbewerbsbedingungen und Investitionssicherheit begünstigt. Dabei möchten wir auch diskutieren, welche Möglichkeiten es gibt, es Unternehmen leichter zu machen, ihrer menschenrechtlichen Verantwortung gerecht zu werden. Zudem stellt sich die Frage, ob es tatsächlich Fälle gibt, in denen berechtigte menschenrechtliche Ansprüche mit zusätzlichen unrealistischen Erwartungs- und Anspruchshaltungen überfrachtet werden. Gleichzeitig möchten wir ergründen, wie in tatsächlich unauflösbaren Konfliktfällen der Menschenrechtsstandard sichergestellt werden kann, den Europa als Kern seiner Identität formuliert hat und auf dem seine Glaubwürdigkeit baut.
Podium:
- Matthias Berninger, Executive Vice President, Head of Public Affairs, Sustainability and Safety bei Bayer
- Miriam-Lena Horn, Referatsleiterin für internationale Lieferketten beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB)
- Ministerialdirigent Dr. Andreas Nicolin, Leiter der Unterabteilung Asien-Pazifik, Investitionsprüfungen, Internationale Geopolitik des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
- Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, Präsident der Hochschule für Philosophie München
Moderation:
Dr. Jörg Lüer, Geschäftsführer der Deutschen Kommission Justitia et Pax
Die Veranstaltung wird am Donnerstag, den 05.11.2026, von 19.00 bis 21.00 Uhr in den Räumlichkeiten der Katholischen Akademie Berlin (Hannoversche Str. 5b, 10115 Berlin) stattfinden und soll als Live-Stream übertragen werden. Die Aufzeichnung der Diskussion soll zudem auf die Websites der Deutschen Kommission Justitia et Pax und der Katholischen Akademie Berlin gestellt werden.
Ei Einladung